Der Maler trägt Weiß, der Elektriker Blau, Dachdecker kennt man vorwiegend in Brauntönen, und der Jäger – der trägt Grün. Das ist das vorherrschende Klischeebild von der Jägerkluft, und tatsächlich bringen wir bereits den Kleinsten von uns mit diversen Kinderliedern bei, dass der Jäger grüne Kleidung trägt. Dies muss jedoch ein klein wenig differenzierter betrachtet werden, das grüne Kleidung natürlich nicht automatisch Jägerkleidung ist, ebenso wenig trägt der Jäger grundsätzlich Grün, und darüber hinaus müssen an die Kleidung des Jäger gewisse Anforderungen gestellt werden, sodass auch nicht jedes grüne Kleidungsstück für die Jagd geeignet ist. Fakt ist, dass Grün durchaus die dominierende Farbe der Jägerkluft darstellt – im Fokus steht jedoch, ähnlich wie bei den Tarnfarben des Militärs, die Anpassung an die Umwelt. Daher kommen auch andere Naturfarben wie Braun, Brauntöne, Khaki und Schwarz zum Einsatz. Die bekanntesten Bilder von Jägern in ihrer traditionellen grünen Kluft stammen vermutlich aus der bildenden Kunst sowie dem Fernsehen. Besonders bayrische und österreichische Heimatfilme zeigen den Jäger in traditionellem Grün, und entsprechen damit dem einheitlichen Klischee dessen was man findet was ein Jäger einfach tragen sollte.
Anforderungen an die Jägerbekleidung
Traditionell wurde die Jagdkleidung aus Wolle und Baumwolle (Filz) sowie Leder gefertigt, um auch widrigen Witterungen zu bestehen. Der Jäger, Revierjäger oder auch Förster ist nicht an eine Saison gebunden, sodass seine Kleidung im Sommer wie im Winter allen Anforderungen standhalten muss – durch den permanenten Kontakt mit Wetter und unmittelbarer Natur unterliegt der Jäger mit seiner Kleidung besonders starker Beanspruchung. Hochwertige Materialien und eine qualitativ überzeugende Verarbeitung sind somit seit jeher wichtige Aspekte für den Jäger. Das Material muss äußerst strapazierfähig sein, luftdurchlässig (heute würde man zu moderneren Materialien auch thermoaktiv sagen), robust, möglichst wasserdicht, und natürlich geräuscharm. Letzteres ist besonders für die Pirsch und das Anpirschen wichtig, um das Wild nicht mit unnötigen Geräuschen durch die eigene Körperbewegung vorzuwarnen und somit zu verschrecken. Offizielle Sommer- und Winterkleidung gibt es keine. Je nach Jagdgebiet und Klima kann aber sowohl farblich wie auch im Material variiert werden.
Bestandteile der Jagdbekleidung
Da es traditionell keine saisonale Kleidung für den Jäger gibt sind die Hosen grundsätzlich lang. Dies dient jedoch auch dem Schutze des Jägers, der sich durch Äste, Gestrüpp und Unterholz arbeiten muss, nicht selten liegend, um sein Ziel zur Strecke zu bringen. Kurze Hosen wären hier suboptimal, und können im schlimmsten Fall zu unnötigen Verletzungen und Hautkontakt mit giftigen Pflanzen führen.
Zum Schutz vor durchnässten Hosenbeinen gibt es die sogenannten Beinlinge (Chaps), eine Art Überhose, die man über der eigentlichen Hose trägt. Auch Gamaschen gehören zum Sortiment des Jägers zum Schutz vor Nässe.
Als Oberbekleidung gelten in der Regel Hemden und (Polo-) Shirts als gängig. Jacken, die früher häufig aus Leder angefertigt wurden, bestehen heute dagegen vorwiegend aus Synthetik, sind thermoregulierend, wasserdicht und von geringen Gewicht. Neben der Jacke kommt auch die Weste zum Einsatz. Je nach Jahreszeit variieren bei der Jagdbekleidung auch die Dicke der verwendeten Stoffe, und von der Einzelteilkleidung über den Overall ist alles vertreten.
In der Tradition wird die Jagdbekleidung von einem Jagdhut gekrönt. Moderner Jäger verzichten jedoch meist darauf, oder ersetzen den Jagdhut gegen andere Hüte und Basecaps. Der Chic ist auch hier ein Aspekt, und Mode wird durchaus ernst genommen.
Sämtliche Kleidungsstücke sind im Idealfall mit einer Vielzahl von Taschen versehen, um nötiges Jagdutensil am Körper tragen zu können.
Bild: Bergringfoto – Fotolia.com
