Der Beruf des Jägers

Gepostet von Clemens am Mai 21, 2011 in Jagen | Keine Kommentare

Unterschieden wird allgemein zwischen dem Berufsjäger und dem Freizeitjäger. Während der Freizeitjäger eine Jagdprüfung ablegt, und dadurch für einen festgelegten Zeitraum die Tätigkeit der Jagd in Jagdgebieten ausüben darf, absolviert der Berufsjäger eine 3-jährige Ausbildung im Dualen System, und zählt zu den klassischen Ausbildungsberufen. Der Berufsjäger nennt sich nach bestandener Ausbildung offiziell Revierjäger.

Die Ausbildung zum Berufsjäger

Zeit immer mehr per se zu einem Aussterben von Traditionsberufen führt, da sie häufig nicht mehr zeitgemäß sind, auch ein generell geringer Bedarf an diesem Berufsstand. Selbst nach der Ausbildung fällt es den Jungjägern häufig schwer an entsprechende Arbeitsplätze zu gelangen. Hier spürt man sehr deutlich den gravierenden Einfluss von Wirtschaft, Fortschritt und Zivilisation, und der Tatsache, dass der Wildbestand heute kaum mehr künstlich eingegrenzt, sondern im Gegenteil, nicht selten nur unter großen Bemühungen sogar erhalten werden muss. Neben den eigenen Fähigkeiten und dem vorgeschriebenen Maß an Fachwissen muss sich der Auszubildende also auch mit dem Umstand beschäftigen, dass die spätere tatsächliche Ausübung des Berufs auch ein Stück weit mit Glück zu tun haben wird.

Die Ausbildungszeit zum Berufsjäger dauert, wie in fast allen Ausbildungsberufen bei uns, drei Jahre, wobei es unter Besitz eines bereits gültigen Jagdscheines die Möglichkeit gibt die Ausbildungszeit entsprechend zu verkürzen. Auch eine bereits abgeschlossene handwerkliche oder landwirtschaftliche Ausbildung kommen für eine Verkürzung der Lehrzeit in Frage. Der Jagdschein muss jedoch spätestens im Rahmen der Ausbildung dennoch erlangt werden, da sonst keinerlei Möglichkeit besteht seinen Beruf auch tatsächlich auszuüben. Der Jagdschein, und dessen Anspruch an die Prüfung der Fähigkeit zum Umgang mit Schuss- und Jagdwaffen ist also getrennt von der Ausbildung zum Revierjäger als solche zu verstehen.

Ausbildungsinhalte

Die Ausbildung zum Revierjäger (Berufsjäger) gestaltet sich in Anspruch und thematischer Gebiete äußerst umfangreich. Fachwissen über die verschiedenen Wildarten, über Wildbiologie und die Ernährung der einzelnen Tiere, sowie natürlich Arbeitsschutz und Unfallverhütung, in Verbindung mit Natur- und Artenschutz, sowie Umweltschutz und Landschaftspflege sind Voraussetzungen und Bestandteil der Lehrinhalte und Abschlussprüfungen zum Jäger. Hinzu kommen Grundlagen der Forstwirtschaft und selbstverständlich der Umgang mit Jagdwaffen. Bewirtschaftung von Wildbeständen und allgemeine Revierkunde stehen ebenso auf dem Plan wie der Umfang und rechtliche Aspekte von Jagdhunden und deren Haltung und Führung. Im Rahmen der Wildbiologie sind auch die Erkennung und Bekämpfung von Wildkrankheiten wichtig, Art- und Bestandserhaltung bzw. Eindämmung, und fundiertes Wissen über Lebensräume des Wildes. Darüber sind präventive Maßnahmen, bspw. gegen Wildschäden, und forstwirtschaftliche Inhalte wichtig und gegeben. Sämtliche Themen werden im Rahmen einer dreiteiligen Abschlussprüfung erfragt, die sich in eine mündliche, eine schriftliche sowie eine praktische Prüfung aufteilen. Die Prüfung zum Revierjägermeister ist nach bestandener Ausbildung nebst zweijähriger praktischer Erfahrung möglich.

Was genau macht ein Jäger?

Im Fokus des Jägers stehen die Erhaltung von Wildbestände sowie deren Kontrolle nach ökologischen, ökonomischen und gesundheitlichen Gesichtspunkten. Die Jagd selbst dient hauptsächlich dazu Flora und Fauna im Gleichgewicht zu halten, sowie Gefahren durch wildlebende Tiere notfalls einzudämmen. Selbstverständlich gehört es auch zu den Aufgaben des Jägers den Wildbestand vor unbefugten Jägern (Wilderern) zu schützen. Umweltschutz, Forst- und Landwirtschaft sowie der Dienst sowohl am Menschen wie auch am Tier sind die Kernpunkte der aktiven Ausübung des Berufs des Revierjägers. Die Arbeitsgebiete werden dabei in Zonen wie Flachland und Hochgebirge unterschieden, die verschiedene Anforderungen mit sich bringen.

Foto: Bergringfoto – Fotolia.com

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