Die Jagd und die verschiedenen Jagdarten

Gepostet von Clemens am Mai 8, 2011 in Jagen | Keine Kommentare

Im Laufe der Geschichte haben sich verschiedene Arten der Jagd herausgebildet, die grundsätzlich alle das gleiche Ziel, das Erlegen von Wild, verfolgen, jedoch teilweise gänzlich unterschiedliche Methoden zum Gegenstand haben. Oberbegrifflich kann man zwischen zwei Arten sprechen, der Einzeljagd sowie die Gesellschaftsjagd.
Die Einzeljagd wird von einem Jäger im Form der Durchforstung des Waldes oder von einem Hochsitz aus ausgeübt. Bei der Durchforstung kommen regelmäßig auch Jagdhunde zum Einsatz, häufig ist das Ziel aber gar nicht die aktive Erlegung von Wild, sondern die Jagd an sich. Eine besondere Form der Einzeljagd ist die Pirsch.

Bei der Gesellschaftsjagd nehmen mehrere Personen teil. Hier ist nicht selten ein Berufsjäger anwesend der die Jagd entweder überwacht, die Teilnehmer in die Thematik und Vorgehensweisen einführt, oder gar die Jagd als Gruppenevent ausrichtet. Er kann aktiv wie passiv agieren, je nach Erfahrungsstand der anwesenden Jäger, und der Kenntnis über das umliegende Jagdgebiet sowie Wildstände.
Man unterscheidet zwischen der Treibjagd, bei der Jagdhunde zugegen sind, der eher gemächlicheren Drückjagd, sowie der Ausdauerjagd, bei der das Wild bis dessen Erschöpfung verfolgt und dann erst erlegt wird. Sie ist zugleich die älteste Form des Jagens.

Auch die Fallenjagd bedarf Erwähnung, wobei hier lediglich die Lebendfalle gesetzlich erlaubt, allerdings dennoch nicht gerne gesehen ist. Sogenannte Totschlagfallen sind hierzulande unter Androhung schwerster Strafen und Bußgelder eine Straftat.

Eine ganz besondere Art ist darüber hinaus die Beizjagd. Hier wird mit Hilfe von Greifvögeln Jagd auf andere Vögel und Fluchttiere gemacht, wie beispielsweise Kaninchen. In dem Zusammenhang ist auch der Berufsstand des Falkners interessant.

Voraussetzungen für die Ausübung einer Jagd

Sämtliche genannten Jagdarten dürfen ausnahmslos von Jägern durchgeführt werden. Jäger ist diejenige Person die über einen gültigen Jagdschein verfügt, der im Anschluss an die staatlich geregelte und anerkannte Jägerprüfung ausgestellt wird und zeitlich begrenzt ist. Die Voraussetzungen zur erfolgreichen Absolvierung der Jagdprüfung sind enorm hoch, und nur ein kleiner Prozentsatz der Prüfungsteilnehmer kann den Standard erfüllen. Dies dient zum einen zum Schutz von Mensch, Tier und Umwelt, als auch dazu den Stand des Jägers nicht Überhand nehmen zu lassen, was sich nachteilig auf den Wildbestand auswirken dürfte.

Sämtliche Jäger müssen sich zudem mit einer speziellen Haftpflichtversicherungen absichern, deren Abdecksumme fest geregelt ist. Hinzu kommt, dass die Jagd nur mit entsprechend als solche deklarierten Jagdwaffen, fast ausschließlich Langwaffen, ausgeführt werden darf. Schrotwaffen sind indes bei der Wildjagd (Paarhufer) verboten. Im Fokus der Tötung eines Tieres steht auch hier das Tierschutzgesetz, das besagt, dass die Tötung human und professionell, das heißt fachgerecht durchgeführt werden muss. Ein erlegtes, noch lebendes Tier soll umgehend durch einen Kopf- oder Genickschuss gestreckt werden um unnötiges Leiden zu verhindern.

Die Jagd in der Historie

Historisch betrachtet gibt es die Jagd bereits seit der Altsteinzeit. Sie diente ausschließlich zur Nahrungsbeschaffung und zur Fellverwertung. Im Laufe der Zeit, und der aufkommenden Tierzucht, wurde der Anspruch an die Nahrungsbeschaffung durch das Jagen immer geringer und unnötiger. Die Jagd entwickelte sich mehr und mehr zu einem Freizeitsport für privilegierte Personen von Adel, einhergehend mit der Trophäenjagd, die rein auf Eitelkeiten zurückzuführen ist, und mit der eigentlichen Jagd nicht mehr viel zu tun hat – sie verkam zum Sport. Heute liegt der Sinn weitestgehend in höheren Motiven, insbesondere beim Berufsstand des Jägers. Die Jagd ist grundsätzlich staatlich so reglementiert, dass die Ausübung der Jagd keinen negativen Einfluss auf Tierbestände und Umwelt haben.

Foto: Bergringfoto – Fotolia.com

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